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antraege_verwaltungsratsitzung_27.11.2009

Anträge_Verwaltungsratsitzung_27.11.2009

= Studentische Anträge = Bei den hier gesammelten Anträgen handelt es sich um Entwürfe, die - meist in leicht abgewandelter Fassung - später in den Verwaltungsrat eingebracht wurden.

Antrag: Doppelzimmer

Der Verwaltungsrat möge beschließen:

An allen Thüringer Hochschulstandorten wird die Möglichkeit geschaffen, ausreichend große Einzelzimmer auf Nachfrage aufzubetten und an zwei Studierende zu vermieten. Die Miete berechnet sich aus den Nebenkosten pro Person plus hälftiger Kaltmiete. Der Verwaltungsweg ist in Absprache mit den lokalen Wohnheimverwaltungen und Studierendenvertretungen zu entwickeln. Bei den Bewerbungsunterlagen soll auf die Möglichkeit der Doppelzimmerbelegung hingewiesen werden. Bewerbern auf Doppelzimmerplätze ist Vorrang gegenüber Bewerbern auf Einzelplätze einzuräumen.

Begründung und Erläuterung:

In den letzten Jahren stieg in den Wohnheimen die Nachfrage nach Einzelzimmern. Doppelzimmer wurden deshalb vielerorts in Einzelzimmer ummöbliert. Allerdings besteht weiterhin ein Restbedarf - zumeist finanziell schlechter gestellte Studierende. Hier ist der soziale Auftrag des Studentenwerks in form der Bereitstellung günstigen Wohnraumes besonders gefragt.

Gerade in Hochschulstandorten mit unzulangendem Wohnungsangebot wie Jena würde das Angebot eine kurzfristig Erhöhung der Kapazitäten ermöglichen. Dadurch, dass Einzelzimmer erst auf Anfrage aufgebettet werden, besteht nicht das Problem, dass für allein genutzte Zimmer nur der niedrigere Preis eines Doppelzimmers gezahlt wird.

Das Vorzugsrecht für Bewerber auf Doppelzimmer leitet sich aus dem sozialen Auftrag des Studentenwerkes her, da davon auszugehen ist, dass vor allem finanziell schwächer gestellte Studierende das Angebot annehmen werden. Zudem kann das Studentenwerk ohne größere Investitionen seine Kapazität erhöhen und mehr Studierenden einen günstigen Wohnheimplatz anbieten.

Antrag: Familiengerechte Wohnungen

Der Verwaltungsrat möge beschließen:

Es wird angestebt, an allen Hochschulstandorten familiengerechte Wohnungen für Studierende anzubieten. Diese zeichnen sich durch eine ausreichende Wohnungsgröße und Familiengerechte Möblierung aus. Zudem sind diese möglichst räumlich zusammenzulegen, um gegenseitige Lärmbelästigung zu minimieren. Studierende mit Kind sind bei der Vergabe dieser Wohnungen zu bevorzugen. Studierende ohne Kind sollen nur einen Mietvertrag über ein Semester bekommen, wenn eine solche Wohnung nicht durch Studierende mit Kind in Anspruch genommen wurde. Ein entsprechender Verwaltungsweg ist in Absprache mit der Wohnheimverwaltung und den lokalen Studierendenvertretungen zu entwickeln. Das Angebot ist zu bewerben. Eine Rückkopplung mit Betroffenen soll erfolgen.

Begründung und Erläuterung:

Das Deutsche Studentenwerk hat auf seiner Mitgliederversammlung 2008 bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Studium und Familie gefordert. Das Studentenwerk Thüringen hat bereits hervorragende Angebote im Bereich der Kinderbetreuung, die immernoch stetig ausgebaut werden. Ein konsequenter Schritt ist das Bekenntnis zu familiengerechten Wohnheimplätzen an Standorten, wo die Nachfrage das Angebot übersteigt.

Teils unüberwindbare Probleme liegen in den unterschiedlichen Bedürfnissen zwischen Studierenden mit Kind und ohne. Als Beispiel seien hier die Ruhezeiten angesprochen. So kann es vor allem in der Zeit, in der das Kind noch nicht durchschläft, zu Problemen aufgrund des Schreiens kommen und umgekehrt kann es bei erhöhtem Lärmpegel durch Musik zu Störungen der Familie kommen. Diesen besonderen Umständen sollte nach beiden Seiten hin Rechnung getragen werden.

Durch die Möglichkeit der Vermietung an Studierende ohne Kind für ein Semester ist sicher gestellt, dass es nicht zu einem Leerstand kommt, wenn es keine Bewerber auf diese Wohnungen geben sollte.

Antrag: Behindertengerechte Wohnungen

Der Verwaltungsrat möge beschließen:

An allen Hochschulstandorten werden behindertengerechte Wohnungen für Studierende in angeboten. Studierende mit Behinderung sind bei der Vergabe dieser Wohnungen zu bevorzugen. Studierende ohne Behinderung sollen nur einen Mietvertrag über ein Semester bekommen, wenn eine Wohnung nicht durch Studierende mit Behinderung in Anspruch genommen wird. Der Verwaltungsweg ist in Absprache mit der Wohnheimverwaltung und den lokalen Studierendenvertretungen zu entwickeln und einzurichten. Das Angebot ist entsprechend zu bewerben. Eine Rückkopplung mit Betroffenen soll erfolgen.

Begründung und Erläuterung:

Im Zuge der barrierefreien Hochschule hat sich das Studentenwerk Thüringen dafür eingesetzt Studierende mit Behinderung aktiv zu unterstützen. Dies schlägt sich unter anderem in der Belegungsrichtlinie für Wohnheime nieder, bei der entsprechende Bewerber bei der Aufnahme in ein Wohnheim im Einzelfall bevorzugt werden können. Deshalb ist es nur folgerichtig, dass auch entsprechend ausgewiesene und ausgestattete Wohnungen eingerichtet und angeboten werden. Die herkömmlichen Wohnungen sind bisher nicht für eine solche Nutzung eingerichtet und erfüllen nicht die Ansprüche, die an eine behindertengerechte Wohnung gestellt werden. Mit der Einrichtung solcher Wohnungen würde das Studentenwerk Thüringen ein wichtiges Signal aussenden und seinem sozialen Auftrag nachkommen.

Durch die Möglichkeit der Vermietung an Studierende ohne Behinderung für ein Semester ist sicher gestellt, dass es nicht zu einem Leerstand kommt, wenn es keine Bewerber auf diese Wohnungen geben sollte.

Die Umgestaltung sollte vor allem bei der Sanierung älterer Wohneinheiten oder bei Neubauten berücksichtigt werden, wie es beispielsweise bei der Planung des Umbaus von Haus P in Ilmenau bereits geschehen ist. Hier können entsprechende Wohnungen von vorn herein konzipiert und umgesetzt werden. Für die Finanzierung könnte man sich um passende Programme bei Bund, Ländern, bei der EU, aber auch bei privaten Stiftungen bewerben.

Antrag: Flyern in der Mensa

Der Verwaltungsrat möge beschließen:

Es wird eine einheitliche Regelung zu Werbeangeboten in den Mensen angestrebt. Darin werden die Nutzungsbedingungen von Pinwänden, Flyerablagen und der Beflyerung von Mensatischen geregelt. Studentische und studentennahe Vereine, Initiativen und Gremien können das Serviceangebot in allen Mensen Thüringens unentgeltlich nutzen. Für kommerzielle Werbeangebote wird ein thüringenweit einheitlicher Gebührenkatalog erarbeitet. Details der Umsetzung an einzelnen Standorten sollen zudem von den lokalen Studierendenvertretungen im Benehmen mit den Verantwortlichen für Mensen und Cafeterien ausgearbeitet werden.

Begründung und Erläuterung:

An den Hochschulstandorten wird das kulturelle studentische Leben vielfältig durch das Studentenwerk gefördert. Eine wichtige Säule ist dabei die Unterstützung bei der Bewerbung studentischer Veranstaltungen.

Das geschieht an vielen Standorten durch das Auslegen von Flyern auf Mensa-Tischen während der Mittagszeit. An einigen Standorten ist diese traditionelle Praxis allerdings momentan untersagt. Durch die Beschlussvorlage soll eine einheitliche Regelung für das Studentenwerk Thüringen geschaffen werden, die sich zur Unterstützung der studentischen Kultur bekennt, aber eine Überflutung der Mensen mit kommerzieller Werbung verhindert. Für studentische Veranstaltungen ist das Werbepotential unverzichtbar, das die Einrichtungen der Studentenwerke bieten.

Gerade durch die Umstellung auf BA/MA und der damit einhergehenden Arbeitsbelastung der Studierenden wird es für diese Vereine, Gremien und Initiativen immer schwieriger ihre Arbeit aufrecht zu erhalten. Daher sollten alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, diese zu unterstützen. Denn gerade das Deutsche Studentenwerk, aber auch das Studentenwerk Thüringen haben sich zur Förderung ehrenamtlicher Arbeit bereit erklärt und loben hierfür sogar jährlich einen Preis aus.

Die Ausarbeitung und Umsetzung der Reglements durch die Studierendenvertretungen ergibt sich aus deren Nähe zu den entsprechenden Betroffenen.

Ergebnis

Mehr Informationen rund um diesen Antrag gibt es im Artikel „Flyern in Mensen des Studentenwerks“.

Antrag: Möbel

Der Verwaltungsrat möge beschließen:

Beim Studentenwerk eingelagerte Möbel sollen für eine angemessene Kaution an Studierende herausgegeben werden, die keinen Wohnheimplatz bekommen haben. Sozial schwächer gestellte und ausländische Studierende sind bei der Vergabe zu bevorzugen. Ein entsprechender Verwaltungsweg ist in Absprache mit den StudierendenvertreterInnen und anderen Beteiligten wie den akademischen Auslandsämtern anzulegen. Das Angebot ist entsprechend zu bewerben. Die Kaution kann im Einzelfall auch in Raten erbracht werden. Auch eine Vollmöblierung von Fremdwohnungen z.B. bei Wohnungsbaugesellschaften, um die Nachfrage zu decken, soll in Betracht gezogen werden. Entsprechende Vereinbarungen sollen ausgearbeitet und umgesetzt werden.

Begründung und Erläuterung:

Hintergrund für diesen Antrag bilden vor allem die Probleme von ausländischen und sozial schwächer gestellten Studierenden, die keinen Wohnheimplatz mehr bekommen haben. Diese haben vor allem das Problem, dass sie aufgrund der teilweise sehr langen Anreisewege bzw. der minimalen finanziellen Möglichkeiten nicht in der Lage sind, das Geld für eine Wohnung mit Hausrat bei einem privaten Anbieter aufzubringen, zumal die meisten privaten Anbieter keinen entsprechenden Hausrat zur Verfügung stellen. Somit ist diese Gruppe bisher kaum in der Lage, sofort ihr Studium aufzunehmen, da sie sich um die Anschaffung des Hausrates kümmern müssen und relativ lange auf der Suche nach einer geeigneten Wohnung sind. Deshalb wäre es für diese Gruppe eine enorme Erleichterung, wenn sie entsprechenden Hausrat gegen Kaution leihen könnte.

Die herausgegebenen Möbel sollen aus dem Lager des Studentenwerks stammen, sodass keine Neuanschaffungen nötig sind. Dies hat außerdem den Vorteil, dass die vorhandenen Möbel mehr Studierenden zu Gute kommen und nicht im Lager verbleiben.

Außerdem ergibt sich durch die Herausgabe neben dem sozialen noch ein umwelttechnischer Vorteil, da viele Studierende nach dem Studium ihre Möbel augrund von schlechten Transportmöglichkeiten häufig wegwerfen. Dem wäre durch das Leihsystem abgeholfen. Man könnte außerdem darüber nachdenken, ob das Studentenwerk nicht generell auch Möbel von ehemaligen Studierenden beim Auszug übernimmt, die sie nicht mehr brauchen, und diese anderen Studierenden zugänglich machen. Die Kooperation mit Wohnungsbaugesellschaften vor Ort soll der kurzfristigen Erhöhung der Kapazitäten dienen und eine flexible Reaktion auf Engpässe bei der Wohnungsvergabe ermöglichen. Auch ist dies als Möglichkeit zu sehen, später angereiste Studierende noch unterzubringen. Entsprechende Vereinbarungen sollen so getroffen werden, dass diese Möglichkeit eine Notlösung bei Kapazitätsengpässen darstellt und diese beheben kann.

Antrag: Mietkalkulation

Der Verwaltungsrat möge beschließen:

In allen Wohnheimen des Studentenwerks Thüringen erfolgt spätestens nach drei Jahren eine Anpassung der Mietpreise auf Grundlage der aktuellen Kalkulation. Ausnahmen sind zulässig, wenn die Kalkulation weniger als 1% von der tatsächlichen Miete abweichen.

Begründung und Erläuterung:

Die Wohnheime des Studentenwerks sollen sich ohne Zuschüsse selber tragen. Werden notwendige Mieterhöhungen über längere Zeit hinausgezögert, kann sich eine erhebliche Differenz zwischen den anfallenden Kosten und der erhobenen Miete ergeben. Da Nebenkosten i.d.R. eher steigen, geht dies häufig zu Lasten des Studentenwerks. Hinzu kommt, dass im Falle einer Mieterhöhung die Akzeptanz leidet, wenn die Miete nach vielen Jahren des Stillstandes um bis zu 10% erhöht wird.

Da die Mieten im Studentenwerk jährlich kalkuliert werden, stellt es keinen unüberwindbaren Aufwand dar, die Mieten regelmäßig anzupassen. Um allerdings kurzfristige Schwankungen im Verbrauch berücksichtigen zu können und gleichzeitig den Verwaltungsaufwand im Rahmen zu halten, wird der Dreijahresrhythmus vorgeschlagen. Damit wäre der durchschnittliche Bachelorstudent einmalig im Studium von einer Anpassung betroffen und könnte zu diesem Anlass sein Verbrauchsverhalten bei Wasser, Strom und Heizung überdenken.

antraege_verwaltungsratsitzung_27.11.2009.txt · Zuletzt geändert: 2018/11/22 15:56 (Externe Bearbeitung)